Künstliche Intelligenz allein ist nicht die Rettung!

Hand tippt auf Laptop, darüber schweben die Buchstaben AI und verschiedene Symbole.

Am 25. März 2026 wurde in Ludwigsburg wieder heiß diskutiert, wenn auch wie immer rein digital per Videokonferenz. Dabei ging es um eine Frage, die eigentlich gar keine ist und warum Innovationen bei uns manchmal so schwierig sind - ein Gespräch über German Angst, kommunalen Frust und darüber ob sich wirklich nur die Technologie ändern muss oder vielmehr die Menschen.

Mit rund 480 Teilnehmerinnen und Teilnehmern knackte die Ludwigsburger Digitalisierungsgespräche erneut einen Rekord. Der Zuspruch war so groß, dass erstmalig viele Interessenten sogar auf eine Warteliste gesetzt werden mussten. Das lag wohl auch daran, dass die Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg und Moderator Prof. Dr. Volkmar Mrass, Professor für Digitales Verwaltungsmanagement und Direktor des Instituts für Digitale Plattformen in Verwaltung und Gesellschaft, wieder ein brandaktuelles und spannendes Thema auf die Agenda gesetzt hatten mit der suggestiven Frage, ob Künstliche Intelligenz (KI) ein Game-Changer für Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft ist.

Die Frage wurden dann auch gleich von Diskutant Federico Magno mit einem knappen „Ja und schnell“ beantwortet. Als gebürtiger Italiener verwies er nicht nur auf die wirtschaftlichen, sondern auch auf die nachgelagerten politischen Folgen, die andernfalls drohten. Die Bürgerinnen und Bürger wären sonst unzufrieden, die Gesellschaft werde fragiler und polarisiert. Der Group CEO und Vorsitzende der Geschäftsführung von MHP Management- und IT-Beratung brachte die Perspektive der Wirtschaft ins Gespräch ein und schilderte wie Künstliche Intelligenz in seinem Unternehmen bereits heute genutzt wird.

Prof. Dr. Kora Kristof, Vizepräsidentin Digitalisierung & Nachhaltigkeit beim Karlsruher Institut für Technologie, nahm als Repräsentantin der Wissenschaft am Gespräch teil. Sie wünschte sich aus den Erfahrungen mit Studierenden heraus vor allem, dass eine gute Ausbildung an Schulen und Universitäten für den Umgang mit KI geschaffen werde. Menschen müssten wissen: Was kann KI, was nicht? Insgesamt stellte sie fest, dass sich in den Köpfen etwas verändern müsse, nicht auf der Ebene der Technologie.

Der Landtagsabgeordneter Daniel Karrais sprach ebenfalls die Mentalitätsproblematik an. Deutschland sei bei Neuem etwas skeptischer und langsamer. Als wichtig für die Verwaltung sah er an, dass der Datenaustausch einfacher werde. Sonst könne sie nicht aus KI rausholen, was sich rausholen lässt. Zudem forderte er noch mehr Kooperationen und weniger Silodenken.

Auch Carsten Gabbert, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Freiburg, beschäftige sich mit der Bedenkenträgerei und der Bürokratie hierzulande. Man nehme sich Mut und Eigeninitiative, wenn man versuche alles zu regulieren. KI sei ein Werkzeug, dass die Verwaltung revolutionieren könne. Er legte aber auch dar, dass viele Kommunen noch gar nicht so weit digitalisiert sind, dass sie mit KI sofort einen großen Nutzen erreichen.

Thomas Bönig, CDO, CIO und Leiter des Amts für Digitalisierung, Organisation & IT in Stuttgart, lieferte einige Einblicke in die Pläne der Stadt zum Einsatz von KI. Er gab auch, die schwierige Lage der Kommunen zu bedenken. Man habe viele Stellen, für die man einfach keine Leute mehr kriege. Die Verwaltung sei sehr text- und dokumentenlastig. Gerade dort könne Künstliche Intelligenz bereits viel. Finanziell könne man nicht mehr leisten, was von außen auferlegt werde. Er wünschte sich, dass Tools für die Umsetzung zur Entlastung der Kommunen gleich mitgeliefert werden. Aber, so sein Fazit: KI alleine werde nicht die Rettung sein.

Lesen Sie die Berichte zu den Ausgaben des vergangenen Jahres:
Ludwigsburger Digitalisierungsgespräch im Herbst 2025
Ludwigsburger Digitalisierungsgespräche im Frühling 2025

Mehr zur Kooperation der Komm.ONE mit den Hochschulen in Ludwigsburg und Kehl erfahren Sie in diesem Interview mit Andreas Majer, Stabsstellenleiter für internationale und nationale Beziehungen.