Junge Talente entwickeln KI-Lösungen für die Verwaltung von morgen
Wie kann Künstliche Intelligenz dabei helfen, kommunale Herausforderungen besser zu bewältigen? Antworten lieferte der Hackathon #CodeTheState, den die Komm.ONE gemeinsam mit Public Makers und der IPAI Foundation am 12. und 13. Juni 2026 auf dem IPAI Campus in Heilbronn veranstaltete.
Vier reale Herausforderungen aus der kommunalen Praxis
40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiteten in acht Teams an vier realen Herausforderungen aus der kommunalen Praxis. Dafür stellte die Komm.ONE die Fachlichkeit und kommunale Expertise zur Verfügung. Im Mittelpunkt standen diese Anwendungsfälle:
Individuelle Risikoanalyse für Bürgerinnen und Bürger
Wie können Menschen besser auf Krisensituationen vorbereitet werden? Die Teams entwickelten Ansätze, um Bürgerinnen und Bürgern individuelle Informationen und Handlungsempfehlungen für unterschiedliche Gefahrenlagen bereitzustellen. Ziel ist es, die Eigenvorsorge zu stärken und gleichzeitig Einsatzkräfte und Kommunen zu entlasten.
KI-gestütztes Internet-Monitoring im Katastrophenschutz
Bei Krisenereignissen müssen Informationen schnell erkannt und bewertet werden. Die Teams entwickelten Lösungen, um öffentlich verfügbare Informationen automatisiert auszuwerten und relevante Hinweise für Krisenstäbe bereitzustellen. Ziel ist es, Informationen in einem Lagebild zu bündeln und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Monitoring zu entlasten.
KI-gestützte Generierung von 3D-Modellen
Bebauungspläne und Planungsunterlagen sind häufig schwer verständlich und liegen in unterschiedlichen Formaten vor. Die Teams entwickelten Ansätze, um aus Dokumenten und Bildmaterial automatisiert dreidimensionale Modelle zu erzeugen. Ziel sind anschauliche Visualisierungen, mit denen Planer, Entscheider und die Öffentlichkeit schneller ein besseres Verständnis geplanter Vorhaben gewinnen.
KI-gestützte Beantwortung von Baufragen
Viele Kommunen erhalten täglich zahlreiche Anfragen rund um Bauvorhaben. Die Teams entwickelten Lösungen, die Bürgerinnen und Bürgern bereits vor der Antragstellung schnell und verständlich Antworten auf häufige Fragen liefern. Ziel ist es, die Verwaltung bei Routineanfragen zu entlasten und den Zugang zu relevanten Informationen zu erleichtern.
Beeindruckende Ergebnisse in nur zwei Tagen
Innerhalb kürzester Zeit entwickelten die Teams aus ersten Ideen funktionierende Prototypen. Auch die Qualität der entwickelten Lösungen beeindruckte das Organisationsteam, das die Teams während des Hackathons fachlich begleitet hat. Die Teams zeigten eindrucksvoll, wie Künstliche Intelligenz dazu beitragen kann, Informationen schneller verfügbar zu machen, Verwaltungsprozesse zu unterstützen und Bürgerinnen und Bürgern einen einfacheren Zugang zu komplexen Informationen zu ermöglichen.
So entstanden beispielsweise Lösungen, die Warnmeldungen verschiedener Quellen automatisiert zusammenführen und für Krisenstäbe übersichtlich aufbereiten. Andere Teams entwickelten Anwendungen, die Bebauungspläne analysieren und daraus interaktive dreidimensionale Gebäudemodelle erzeugen. Wieder andere werteten kommunale Satzungen, Bebauungspläne und rechtliche Grundlagen automatisiert aus, um Bürgerinnen und Bürgern eine erste Orientierung zu geplanten Bauvorhaben geben zu können.
Gewinnerteam überzeugte mit Lösung für den Katastrophenschutz
Die entwickelten Lösungen wurden am Ende des Hackathons einer Jury aus Verwaltung, Wirtschaft und Forschung präsentiert. Zur Jury gehörten Jörg Eberle (Komm.ONE), Steffen Schmidt (Landratsamt Konstanz), Philipp Roll (Cisco Deutschland) und Prof. Alois Paulin (Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg). Bei den bemerkenswerten Ergebnissen fiel die Entscheidung der Jury nicht leicht.
Den ersten Platz belegte das Team HXG – Vera mit einer KI-Anwendung für das Internet-Monitoring im Katastrophenschutz und Krisenmanagement. Den zweiten Platz erreichte das Team Reversi-Götter mit einer Lösung, die aus Bebauungsplänen automatisiert interaktive 3D-Modelle geplanter Gebäude erzeugt. Der dritte Platz ging an das Team bublaska, das ebenfalls mit seiner KI-Anwendung für das Krisenmonitoring überzeugen konnte.
Gemeinsam Innovation ermöglichen
Der Hackathon wurde von der Komm.ONE gemeinsam mit Public Makers und der IPAI Foundation organisiert. Während die Komm.ONE die kommunalen Herausforderungen, Fachdaten und fachliche Expertise einbrachte, unterstützte Public Makers bei der Ansprache und Begleitung der Teilnehmenden. Die IPAI Foundation stellte mit dem IPAI Campus den passenden Rahmen für die Zusammenarbeit von Verwaltung, Technologie und jungen Talenten bereit. Vorbereitet und begleitet wurde die Veranstaltung von Mentorinnen und Mentoren sowie dem bereichsübergreifenden Organisationsteam der Komm.ONE. Das gemeinsame Engagement aller Beteiligten trug maßgeblich zum Erfolg der Veranstaltung bei.
Impulse für die digitale Verwaltung von morgen
Für die Komm.ONE war der Hackathon mehr als nur ein Wettbewerb: „Der Hackathon #CodeTheState hat gezeigt, wie viel Innovationspotenzial entsteht, wenn Verwaltung, junge Talente und moderne Technologien zusammenkommen. Diesen Austausch wollen wir auch künftig fördern, um gemeinsam neue Impulse für die digitale Verwaltung von morgen zu entwickeln“, so Vidya Munde-Müller, Initiatorin des Hackathons und KI-Expertin der Komm.ONE.
Die Ergebnisse werden nun gemeinsam mit den Partnern ausgewertet und auf ihre Potenziale für die kommunale Praxis geprüft. Denn eines wurde in Heilbronn deutlich: Innovation entsteht dort, wo Menschen zusammenkommen, Erfahrungen teilen und neue Ideen ausprobieren. Gleichzeitig unterstützt die Komm.ONE die Kommunen bei der Einführung von Künstlicher Intelligenz. Dazu gehören unter anderem die regelmäßigen KI Co-Creation Workshops von Vidya Munde-Müller, in denen gemeinsame Prototypen entwickelt werden.
