Digitale Verwaltung konkret gestalten: Komm.ONE auf der SCCON 2026
Vom 13. bis 15. Oktober brachte die Smart Country Convention (SCCON) in Berlin Fachleute aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Die Komm.ONE war auf den Gemeinschaftsständen von VITAKO und govdigital vertreten und brachte ihre Expertise auch auf mehreren Bühnen ein. Im Mittelpunkt standen konkrete Herausforderungen der kommunalen Digitalisierung: von der Modernisierung zentraler Fachverfahren und dem Einsatz generativer KI bis hin zu gemeinsamen Initiativen zur Registermodernisierung und zum digitalen Verkehrswesen.
Komplexe Digitalisierungsvorhaben praktisch umsetzen
In seinem Vortrag „SAP S/4HANA KM-Personal auf Zukunftskurs“ berichtete Alexander Raible, Centerleiter Anwendungsbetreuung Personal, über die erfolgreiche Migration der KM-Personal-Kundensysteme in Baden-Württemberg. In vier Umstellungstranchen wurden mehr als 1.300 Mandanten mit über 350.000 Abrechnungsfällen auf 18 produktive SAP-Systeme migriert. Die Erfahrungen aus dem Großprojekt sind angesichts des auslaufenden Supports für SAP HCM Ende 2027 auch für andere Kommunen relevant.
Auch die Modernisierung des kommunalen Finanzwesens stand auf dem Programm. Sabrina Schäuffelen, Projektleiterin im Bereich KM-Finanzen, stellte vor, wie die Komm.ONE das SAP-Finanzwesen mit Kommunalmasterprodukten im bundesweiten Markt implementiert und dabei den Betrieb und Support im eigenen Rechenzentrum realisiert. Gemeinsam mit dem Partner Natuvion wurde darauf eingegangen, wie KI-Unterstützung im Migrationstool Natuvion-DCS erfolgreich praktiziert werden kann, um Migrationen auf SAP S/4HANA effizienter und besser planbar zu machen.
Neue Technologien erproben und Sicherheit von Anfang an mitdenken
Neben der Modernisierung bestehender Verfahren lag der Fokus auch auf neuen technologischen Möglichkeiten. Insbesondere die generative KI eröffnet Chancen, Verwaltungsprozesse zu vereinfachen. Wie sich generative KI von der Plattform in die Anwendung überführen lässt, zeigte das Panel „Go-Live GenAI-Plattform“ von govdigital und AKDB. Die Komm.ONE beteiligt sich als Pilotkundin an der Erprobung. Christoph Schnorrenberger, Centerleiter für Innovationen, erläuterte die Einsatzmöglichkeiten für die kommunale Verwaltung.
Nicolas Fröhlich, Produktmanager RPA, zeigte, wie Schnittstellen (API), robotergestützte Prozessautomatisierung (RPA) und KI-Agenten Verwaltungsprozesse effizienter gestalten können. Am Stand von neuraflow berieten Produktverantwortliche der Komm.ONE Kommunen zum Einsatz des KI-Bot (Chat, Phone und Intranet). Auch eSignatur und eSiegel waren Thema: In einem Vortrag bei der AKDB erläuterte die zuständige Produktmanagerin deren Einsatz für die digitale Bearbeitung und Unterzeichnung von Verwaltungsdokumenten.
Zur digitalen Transformation gehört jedoch nicht nur die Nutzung neuer Technologien, sondern auch der Schutz der damit verbundenen Daten und Prozesse. Tobias Wenninger, Bereichsleiter Services Architektur & Informationssicherheit, beleuchtete in seinem Vortrag „Informationssicherheit in der Lieferkette“ die Risiken, die durch externe Dienstleister und Lieferanten entstehen können. Anhand von Praxisbeispielen ging es um die systematische Bewertung und Steuerung solcher Risiken sowie um geeignete Kontrollen, Nachweise und Audits. Damit wurde deutlich: Informationssicherheit ist eine wesentliche Voraussetzung für eine verlässliche und zukunftsfähige Digitalisierung.
Lösungen gemeinsam für die kommunale Verwaltung entwickeln
Die Verwaltungsdigitalisierung braucht auch gemeinsame Lösungen über Organisations- und Ländergrenzen hinweg. Zwei Beispiele dafür waren auf der SCCON die Registermodernisierung und das digitale Verkehrswesen.
Gemeinsam die Registermodernisierung voranbringen
Mit einem Letter of Intent bekräftigten die Komm.ONE, AKDB, ekom21 und Dataport ihre Zusammenarbeit bei „Register-as-a-Service“ (RaaS). Ziel ist eine gemeinsame, digital souveräne Infrastruktur als Grundlage für vernetzte Registerlösungen über föderale Ebenen hinweg. Den fachlichen Ansatz vertiefte Roman Penzler mit seinem Vortrag „Register-as-a-Service: Effizient – Souverän – Vernetzt“.
Gemeinsam die Registermodernisierung voranbringen
Auch im digitalen Verkehrswesen setzen öffentliche IT-Dienstleister auf gemeinsame Lösungen. Seit dem 1. Januar 2026 ist die Komm.ONE Gesellschafterin der Telecomputer GmbH. Zusammen mit AKDB, ekom21, KDO und regio iT bündelt sie Kompetenzen, Ressourcen und Erfahrungen, um ein zukunftssicheres Softwareangebot für das Kfz-Zulassungs- und Fahrerlaubniswesen aus öffentlicher Hand weiterzuentwickeln.
Beide Initiativen verdeutlichen: Wenn öffentliche IT-Dienstleister ihre Erfahrungen und Ressourcen zusammenführen, entstehen tragfähige Lösungen für die kommunale Verwaltung.
Gespräche und Begegnungen: Im Austausch mit der kommunalen Praxis
An den Gemeinschaftsständen von VITAKO und govdigital tauschten sich die Expertinnen und Experten der Komm.ONE mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen, Verwaltung und Partnerorganisationen aus. Zu den Gästen zählten Ariane Krüger, Leiterin der Stabsstelle Digitalisierung beim Landkreistag Baden-Württemberg, Olaf Neumann, CDO im Landratsamt Ortenaukreis, sowie eine dänische Delegation. Auch Alexander Heinrich, der im Januar 2027 als Vorstand bei der Komm.ONE einsteigt, nutzte die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.
Die digitale Transformation gemeinsam voranbringen
Die SCCON 2026 hat gezeigt: Verwaltungsdigitalisierung braucht technologische Expertise, konkrete Projekterfahrung und starke Partnerschaften. Als kommunale IT-Dienstleisterin bringt die Komm.ONE diese Perspektiven zusammen und entwickelt gemeinsam mit ihren Mitgliedern und Partnern Lösungen für die digitale Verwaltung – von der Modernisierung zentraler Fachverfahren bis zu bundesweiten Kooperationen.
Sie haben Fragen zur SCCON oder möchten mit uns ins Gespräch kommen? Kontaktieren Sie unser Veranstaltungsmanagement: Veranstaltungsmanagement@komm.one
* © Marius Bauer, Willi Rudolph und Santiago Tascón für VITAKO e. V
