Die kommunale IT in Baden-Württemberg stellt sich den Herausforderungen
Stuttgart, den 10.04.2026. Digitale Souveränität, Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und Registermodernisierung: Mit diesen Kernthemen der IT-Infrastruktur müssen sich die Kommunen im Land auseinandersetzen. Die Frage, wie tragfähige Lösungen entwickelt werden können, stand im Fokus der Gespräche bei den IT-Leiter-Treffen der Komm.ONE in Freiburg, Kornwestheim, Bruchsal und Biberach an der Riß im März dieses Jahres. Die Antwort ließ nicht auf sich warten.
Denn die teilnehmenden IT-Leiterinnen und -Leiter der vier baden-württembergischen Regierungsbezirke Freiburg, Stuttgart, Karlsruhe und Tübingen waren sich einig: Nur gemeinsam wird es gelingen, allen Anforderungen gerecht zu werden und sie erfolgreich zu bewältigen. Die IT-Leiter-Treffen boten den Rahmen, dies anzustoßen, setzten sie doch neben dem Wissenstransfer auf den Erfahrungsaustausch und das Netzwerken.
Böblingen teilt Erfahrungen
Voneinander Lernen gelingt im Miteinander. Dies zeigte anschaulich der Vortrag "Digitalisierung - Organisation & Herausforderungen bei der Stadt Böblingen". Tobias Alber, Leiter der Abteilung Organisation und Informationstechnik der Stadt, und Mailyn Pfrommer, Digitalisierungsbeauftragte Böblingens, gaben Ihre Top-Tipps weiter.
Was hat sie motiviert, bei den IT-Leiter-Treffen den Böblinger Weg zur Digitalisierung vorzustellen?
Tobias Alber: „Wir wollten einfach unsere positiven Erfahrungen teilen, die Schnittstellen zur Komm.ONE beleuchten und mit unserem Beitrag aus der Praxis aufzeigen, was alles möglich ist.“
Was waren aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen?
Mailyn Pfrommer: „Akzeptanz ist ein wichtiges Thema. Es gibt immer motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die gerne Neuerungen mitgestalten. Aber auch die Kolleginnen und Kollegen, die eine eher kritische Haltung einnehmen, gilt es zu überzeugen und mitzunehmen. Ein weiterer Punkt ist die Strukturierung und Priorisierung der Digitalisierungsthemen. Bei der Fülle an Möglichkeiten ist das nicht einfach, aber notwendig. Hinzu kommt als weiterer Aspekt die Haushaltslage, die zunehmend eine Herausforderung darstellt.“
Was ist das Geheimnis des Böblinger Digitalisierungserfolgs?
Tobias Alber: „Das Wichtigste ist es, ein gutes Team zu haben. Es geht darum, motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammenzuführen, ihnen Entscheidungsbefugnisse zu geben und die Möglichkeit, sich mit anderen Kommunen vernetzen zu können, um voneinander zu lernen.“
Stark gefragt: KI-Einsatz und digitale Souveränität
Der Gesamtblick auf Böblingen war spannend und wurde viel besprochen. Weitere Themen auf der Agenda waren Künstliche Intelligenz und digitale Souveränität. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten diese beide Punkte vorab in einer Umfrage favorisiert. „Beim Einsatz
Künstlicher Intelligenz fokussieren wir uns in einem ersten Schritt auf sofort nutzbare Anwendungen, die wir in unsere Fachverfahren integrieren. So gibt es beispielsweise bereits ein KI-Tool, das Inhalte des Dokumentenmanagementsystems enaio® zusammenfassen kann. Solche ergänzenden Module erleichtern die tägliche Arbeit der Verwaltungsangestellten und sie sparen wertvolle Arbeitszeit“, sagt Christoph Schnorrenberger, Komm.ONE-Centerleiter Innovation, Geschäftsfeldentwicklung & Beratung. Weitere Schritte, die KI in einen größeren Rahmen einfügen, werden folgen.
Auch das Thema digitale Souveränität hat viele Facetten, die es alle zu berücksichtigen gilt. „Es geht um die Fragen: Was bedeutet digitale Souveränität für die Fachverfahren, am Arbeitsplatz, bei der Integration von Lösungen und im Cloud-Betrieb? Für jeden dieser Aspekte entwickeln wir passgenaue, datenschutzkonforme Lösungen,“ erklärt Experte Christoph Schnorrenberger.
Gut aufgestellt beim Notfallmanagement
Oft in Gesprächen vertieft wurde auch das Thema Notfallmanagement. Denn die Lage ist nach wie vor ernst. Das zeigt der Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland 2025 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, BSI. „Jede Kommune sollte auf einen Sicherheitsvorfall vorbereitet sein. Dies gelingt mit einem Notfallmanagement, das stets auf dem neuesten Stand ist“, sagt Tom Kasper, Teamleiter Fachservice Informationssicherheit der Komm.ONE. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Incident Response Teams. Zum einen ist bei der Prävention, Detektion und Reaktion ein Cyber Security Incident Response Team, kurz CSIRT genannt, aktiv. Das CSIRT ergreift bei einem Sicherheitsvorfall sofort die erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen. Vor Ort ist das Mobile Incident Response Team, MIRT abgekürzt, im Einsatz. Das MIRT unterstützt beim Aufbau einer sicheren IT-Notfallumgebung mit Hard- und Software sowie Know-How.
Registermodernisierung: Nur mit Datenqualität und sicheren Anschlussknoten
Ebenso wichtig, aber in den Kommunen häufig noch nicht priorisiert, ist die Registermodernisierung. Dr. Georg Dinter, Leiter der Stabsstelle Portfoliomanagement, erläuterte den komplexen Sachverhalt und was Kommunen tun müssen, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Es gibt drei wichtige Aufgaben für Kommunen oder ihre Dienstleister: Die Befähigung der betroffenen Register, die Befähigung der betroffenen Online-Dienste und die Anbindung an die Transportschicht sicherzustellen. Ein wichtiges To-do für Kommunen ist es, bei der alltäglichen Datenpflege in den eigenen Registern, wie beispielsweise den Geburten-, den Ehe-, den Melde- und den Passregistern, erkannte Fehler immer sofort zu beheben. Diese Maßnahme senkt die Fehlerquote beim einmaligen Identitätsdatenabruf, dem sogenannten IDA-Abgleich, einem wichtigen ersten Schritt bei der Registerbefähigung. Die Anbindung der Register und Online-Dienste an die Transportschicht – das National Once Only Technical System, kurz NOOTS genannt – gelingt über die vom Bundesverwaltungsamt bereitgestellten sicheren Anschlussknoten, SAK abgekürzt. Betreiben Kommunen ihre von der Registermodernisierung betroffenen Register oder Online-Dienste selbst, müssen sie die SAK ebenfalls selbst betreiben und die Anschlüsse an die Dienste und Register selbst herstellen. Dr. Georg Dinter empfiehlt deshalb den Kommunen, die individuelle Ausgangslage zu überprüfen und sich für den Betrieb von Registern und Online-Diensten Dienstleister zu suchen.
Zukunftssicher dank Kommune-as-a-Service
Eine Frage beschäftigte fast alle: Wie kann, bei steigenden Anforderungen und reduzierten (Personal-)Ressourcen die Infrastruktur einer Kommunalverwaltung fit für die Zukunft gemacht werden? „Ein standardisierter rundum Managed Service für die IT in der Kommune ist hier eine Lösung, die entlastet und gleichzeitig Planbarkeit und Sicherheit bietet“, sagt Paul Kudlik, Komm.ONE-Bereichsleiter für das Produktmanagement Infrastrukturlösungen. Statt verschiedener Einzelprodukte werden zukünftig Module mit digitalen Arbeitsplätzen, Applikationen und IT-Services im Paket erworben, inklusive modernem IT-Sicherheits-, Backup- und Update-Management sowie Monitoring und Life-Cycle-Management. Die IT-Leiter-Treffen haben einmal mehr deutlich gemacht, dass die kommunale Infrastruktur vor großen Herausforderungen steht, die nicht im Alleingang gemeistert werden können. Der Blick in die Zukunft hat aber auch gezeigt: Gemeinsam mit der Komm.ONE gelingt den Kommunen Baden-Württembergs die digitale Transformation.
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Über die Komm.ONE
Die Komm.ONE ist eine Anstalt öffentlichen Rechts in gemeinsamer Trägerschaft der Kommunen und des Landes Baden-Württemberg mit Hauptsitz in Stuttgart und Niederlassungen in Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Karlsruhe, Reutlingen und Ulm. Als Service- und Informationsproviderin für die Kommunen, ihre Bürgerinnen und Bürger und die öffentliche Verwaltung in Baden-Württemberg gestaltet sie gemeinsam mit ihren Trägern die Transformation zur digitalen Verwaltung und ist in ausgewählten Bereichen auch bundesweit tätig.