Ran an die Register

Symbolbild: Mann vor Laptop tippt mit dem Finger auf virtuelle Registerkarten

Mit der Registermodernisierung geht es voran. Bei den Themen Identitätsdatenabruf (IDA) und Register-as-a-Service (RaaS) wird dies besonders deutlich, weil sie auf unterschiedliche Art und Weise die Register und deren Strukturen modernisieren. Dennoch stehen die Kommunen vor großen Herausforderungen. Die gute Nachricht ist: Diese müssen sie nicht allein bewältigen, Unter stützung gibt es von mehreren Seiten.

Mit dem Start der IDA-Umsetzung in Baden-Württemberg ist der erste Schritt getan. Denn der Identitätsdatenabruf ist eine wichtige Vorstufe für das Gelingen der Registermodernisierung (RegMo). Er ermöglicht eine eindeutige Zuordnung von Personendaten anhand der Identifikationsnummer über verschiedene Register hinweg. Ziel ist es, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Daten zukünftig nur ein einziges Mal beim Amt angeben müssen. Sind diese Daten in einem Register gespeichert, können andere Register, Fachverfahren, Behörden, Onlinedienste und die Wirtschaft entsprechend der gesetzlichen Vorgaben auf sie zugreifen.

Was einfach klingt, ist in der kommunalen Umsetzung und Praxis jedoch komplex. Es liegt ein gutes Stück Arbeit vor den registerführenden Stellen. „Jetzt gilt es, die Vorarbeiten für die Registermodernisierung zu starten. Kommunen sollten dabei gemeinsam unter der Koordinierung des Innenministeriums Baden-Württemberg und der Komm.ONE vorgehen und sich hierfür die Unterstützung an Bord holen, die sie für einzelne Aufgaben benötigen“, empfiehlt Dr. Georg Dinter, Registermodernisierungsexperte der Komm.ONE

Temporeich dank Teamarbeit und Top-Technik
Bis Ende 2028 wird die Identifikationsnummer als bundesweit einheitliches Ordnungsmerkmal bei rund fünfzig Registertypen eingeführt. Das sind beispielsweise Melderegister, Personalausweis- und Passregister. Für registerführende Stellen bedeutet dies: Die Datenstruktur muss in den von ihnen eingesetzten Fachverfahren angepasst und um die Identifikationsnummer angereichert werden. Ebenso ist es erforderlich, die benötigte Datenqualität der im Fachverfahren geführten Basisdaten sicherzustellen. Denn hier zeigt sich bereits, was die Registermodernisierung insgesamt so schwierig gestaltet: Es gibt bundesweit keine einheitliche Datenstruktur und die Qualität der vorhandenen Daten ist sehr schwankend.

Der aktuelle Stand in Baden-Württemberg zeigt, wie die IDA-Umsetzung trotz dieser Herausforderungen zügig, effizient und qualitätsgesichert gestartet werden kann. So gibt eine Roadmap für die betroffenen Registertypen Orientierung. Unterstützungsangebote kommunaler IT-Dienstleister bieten eine wichtige Hilfestellung. Begleitet werden registerführende Stellen beispielsweise von der Rollout-Einheit der Komm.ONE, die Kommunen im Auftrag des Innenministeriums Baden-Württemberg bei der Einführung digitaler Verwaltungsdienste begleitet. Dazu gehören Readiness- und Optionen-Checks ebenso wie Pilotphasen in ausgewählten Kommunen. „Unsere Rollout-Einheit wirkt als Kontaktpunkt zwischen dem Land und den kommunalen Behörden“, erklärt Herr Dr. Georg Dinter. Eine enge Verzahnung der technischen Bereiche und der etablierte Wissensaustausch mit den kommunalen Behörden ermöglichen eine strukturierte und zügige Anbindung.

Register-as-a-Service in der Cloud
Unterstützung bei der Registermodernisierung gibt es für Kommunen aber auch noch in anderer Form: Mit dem Angebot von Register-as-a-Service (RaaS) aus der Cloud. Die Vorteile erschließen sich auf den ersten Blick. Die Registerdaten werden bei RaaS zentral gehostet und verwaltet, sodass auch die Anbindung an das National-Once-Only-Technical-System (NOOTS) und der erforderliche Betrieb der Sicheren Anschlussknoten zentralisiert werden kann. Auch die Nachweise und gegebenenfalls darüberhinausgehende Schnittstellen, beispielsweise zu den Fachverfahren, werden vom RaaS-Anbieter zur Verfügung gestellt. Das schafft eine einheitliche Datenbasis, ohne dass dies für die Kommunen einen Mehraufwand bedeutet.

Mit Sicheren Anschlussknoten
Mit RaaS verringert sich die erforderliche Anzahl der Sicheren Anschlussknoten deutschlandweit drastisch. Dabei handelt es sich um Übergabepunkte der Transportinfrastruktur NOOTS unter anderem auf Registerseite, die ohne RaaS weiterhin in der Verantwortung der registerführenden Stellen oder ihrer Dienstleister liegen würden. Sie müssen spezielle Anschlussbedingungen hinsichtlich der IT-Sicherheit und Verfügbarkeit erfüllen, die in sogenannten Technischen Richtlinien zum Beispiel TR-03190 festgelegt sind. Nutzt eine 
Kommune jedoch ein Fachverfahren in Verbindung mit einer RaaS-Lösung, entfallen die Zusatzaufwände für die NOOTS-Anbindung bei den Kommunen. So schonen Kommunen vor allem ihre personellen und finanziellen Ressourcen.

Für Standards und Skalierung
Doch nicht nur einzelne Kommunen profitieren von einer RaaS Option. Letztlich ist sie ein Gewinn für alle, die Register führen und nutzen. „Register-as-a-Service bietet optimale Voraussetzungen, um gemeinsam eine leistungsfähige Register-Infrastruktur zu gestalten“, weiß RegMo-Experte Dr. Georg Dinter. Standards werden geschaffen, eine Skalierung ermöglicht. Die kommunalen IT-Dienstleister haben das Potenzial eines RaaS-Angebots erkannt und arbeiten zusammen an Projekten zur Realisierung. Bereits im letzten Jahr hat sich die Komm.ONE zusammen mit anderen Konsortialpartnern am RaaS-Wettbewerb des GovTech Deutschland beteiligt. Hier ging es darum, technische Alternativen zur aktuellen Registerhaltung zu entwickeln, die Cloudtechnologie, Datenschutz und föderalen Prinzipien zusammenbringen. Aus dem Wettbewerb ging eine cloudbasierte Registerlösung für das Meldewesen und Gewerberegister hervor. 

In der Folge fanden sich weitere Partner für ein neues Projekt zusammen. Ziel heute: Ein gemeinsames Portfolio für Register-as-a-Service auszuarbeiten, das auch von weiteren IT-Dienstleistern nachgenutzt werden kann. „Wir stehen erst am Anfang der Registermodernisierung, aber bereits jetzt ist deutlich: Es wird uns gelingen, eine sichere, performancestarke und zukunftsfähige Registerlandschaft aufzubauen, wenn alle Beteiligten – Bund, Länder, Kommunen und IT-Dienstleister – ihre Kräfte bündeln und zusammenarbeiten“, sagt Dr. Georg Dinter.

Porträtfoto: Dr. Georg Dinter, Registermodernisierungs-Experte der Komm.ONE 

„Register-as-a-Service bietet optimale Voraussetzungen, um gemeinsam eine leistungsfähige Register-Infrastruktur zu gestalten.“
Dr. Georg Dinter, Registermodernisierungs-Experte der Komm.ONE